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Fischereiverein Ulm/Neu Ulm e.V.


Es ist kein Widerspruch: Unser Verein ist mittlerweile mehr als 130 Jahre alt, doch die Philosophie der Gründungsväter in Sachen Umwelt- und Naturschutz war schon damals richtungsweisend

Bei der Gründung im Jahr 1880 wollte der Verein „der Tatsache entgegenwirken, dass die hiesigen Fischgewässer in den letzten Jahren durch ansteigende Bevölkerung mehr und mehr verarmt waren“. Bereits 1889 sorgten die Verantwortlichen dafür, dass Schonvorschriften für Karpfen, Barben, Brachsen, Schleien und Orfen in die Fischereiordnung aufgenommen wurden.

Selbst Öffentlichkeitsarbeit war für unsere Altvorderen kein Fremdwort: Im April 1893 organisierte der Verein erstmals eine Fischereiausstellung in Ulm, um den Bürgern ihre Passion, aber auch die Bedeutung von Flora und Fauna unserer heimischen Gewässer näher zu bringen.

Die Ursprünge der Vereinsgeschichte reichen noch etwas weiter zurück. Am 6. Oktober 1880, einem Mittwoch kamen zehn angelbegeisterte Bürger im Gasthaus „Zum Hohentwiel“ in der Fischergasse zusammen und gründeten den „Ulmer Angelsport-Klub“.  Vier Jahre später kam es zum Zusammenschluss mit den Ulmer Berufsfischern und der Umbenennung des Klubs in „Ulmer Fischereiverein“. Damit konnten die Zwistigkeiten zwischen den Anglern und den Berufsfischern, die um ihre traditionellen Rechte fürchteten, weitgehend gemildert werden.  Am 7. Januar 1950 erhielt unser Verein dann seinen bis heute gültigen Namen „Fischereiverein Ulm/Neu-Ulm 1880 e.V.“

Der Einsatz des Vereins für Gewässer- und Artenschutz zieht sich wie ein roter Faden durch seine Chronik: 1941 lehnte der Verein eine Aufhebung der staatlichen Schonzeit für Barben ab und erhöhte 1956 das Mindestmaß für Forellen von 24 auf 28 cm (bereits mehr als der Gesetzgeber heute fordert).

1963 führte unser Verein einen erfolgreichen Prozess gegen die Stadt Leipheim wegen der Einleitung ungeklärter Abwässer. Auch waren es Angler aus unserem Verein, die in der Gronne Vogelschutzzonen einrichteten, lange bevor sie als Naturschutzgebiet ausgewiesen wurde. Die Liste des Engagements für unsere Natur ließe sich beliebig fortsetzen - etwa über den 2003 am Lichternsee angelegten Naturlehrpfad - und reicht bis in die Gegenwart.

Der Verein wuchs in dieser Zeit aber auch zu einer stattlichen Größe heran. Aus den zehn Gründungsvätern wurden bis 1905 immerhin 105 Mitglieder. 1976 waren es mehr als 1000 und heute zählen wir ca. 1512 Mitglieder, die 12 Sprachen sprechen und aus allen gesellschaftlichen Gruppen kommen. Wir integrieren sie alle, ganz unabhängig von ihren Einkommen. Das können wir, weil unsere Mitgliedsbeiträge und Gebühren zu den niedrigsten bundesweit zählen. Auch darauf sind wir stolz.