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Der Naturschutz im Fischereiverein



In unserem Verein sind zwei Naturschutzwarte für die Hege und Pflege der Ulmer Gewässer zuständig. Beide sind bei der unteren Naturschutzbehörde der Stadt Ulm gemeldet.

Ihr Aufgabenfeld  reicht von der ständigen Überwachung der Wasserqualität bis hin zum Monitoring der Fischarten und deren Populationen. Die Naturschutzwarte stellen fest, wenn sich Fischbestände ändern und suchen die Ursachen. Das kann etwa an einer Verschlechterung der Wasserqualität liegen, wie das Beispiel Lichternsee zeigt:  Nach der (vom Verein abgelehnten) Öffnung des  Dammes an der Donau zum Lichternsee  verschlammte der See und kühlte so stark ab,  dass Schilf und Seerosen abstarben. Damit verschwanden auch der Lebensraum und die Nahrungsgrundlagen verschiedener Arten und machten den See sehr fischarm.

Veränderungen beobachtete ich auch in der Iller.  Dort wandern aus bislang unbekannten Gründen immer mehr Bachforellen ab. Dagegen fühlt sich die auf der Roten Liste der bedrohten Arten  geführte Äsche dort sehr wohl und ist erfreulicherweise in immer größeren Zahlen vertreten.

Weithin unbekannt dürfte sein, dass der Verein sich bemüht, einst heimische aber ausgestorbene Fische wieder in unseren Gewässern einzubürgern:  Dies gilt etwa auch für den Sterlet, um dessen Wiederansiedlung ich mich bemühe. Doch das wird noch dauern: Die Universität Wien in Österreich sucht im Rahmen eines EU-Projekts in der gesamten Donau nach der genetisch ursprünglichen Form  des Sterlets, um ihn für Besatzprogramme nachzuzüchten. Sollte dies gelingen, können wir uns auf eine neue Fischart freuen. Bei solchen Programmen muss zudem bedacht werden, dass die Natur ein zusammenhängendes System und das Verschwinden einer Art Folgen für viele andere haben kann.

Ich begleitete in den vergangenen Jahren auch die wegen „Stuttgart 21“ nötigen Bauarbeiten zur Umlegung der Blau. Durch das gute Verhältnis mit den Baufirmen konnte ich erreichen, dass wasserrechtliche Vorgaben beim Bau eingehalten Schäden am Gewässer verhindern wurden. Zudem war ich von Seiten des Vereins in den Bau der Wasserkraftanlage der Firma Schwenk eingebunden.

Manchmal muss der Gewässerwart auch schnell zur Stelle sein, wie einen Vorfall im Jahr 2014 zeigt: Ich bekam damals den Alarmanruf eines Vereinsmitglied, der mir berichtete, dass die Blau stark verschmutzt sei. Schnell vor Ort, stellte ich fest, dass in Söflingen Schmutzwasser aus einer Baugrube eingeleitet wurde.  Da die Betreiber nicht gesprächsbereit waren, erstatteten wir Anzeige bei der Polizei  und informierten die zuständigen Behörden. Mit Erfolg:  Die Einleitungen gingen in den folgenden Tagen erheblich zurück.

Die Aufgabe des Naturschutzwartes (und die als Fischereiaufseher) bereitet  mir viel Freude. Bei den kommenden Projekte bin deshalb gerne dabei.


Ralf Künkel, Naturschutzwart



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Unsere Fischrettungsaktion am Stausee